




Wird ein Ereignis als bedrohlich oder überwältigend erfahren und sind wir nicht in der Lage zu fliehen oder uns erfolgreich zu verteidigen, dann sprechen wir von einem traumatischen Ereignis. Dies ist immer dann der Fall, wenn etwas zu schnell, oder zu viel auf uns einstürmt oder unsere körperlichen Grenzen verletzt werden. Hierbei ist alleine das subjektive Erleben bedeutsam und nicht die objektive Härte. Und je kleiner und jünger wir sind, desto bedrohlicher wird etwas erlebt.
Im Falle einer Bedrohung reagiert vor allem das unwillkürliche Nervensystem. Zunächst erfolgt eine hohe Erregung des sympathischen Teils, und es kommt zur Ausschüttung von Stresshormonen. Die Pupillen erweitern sich, die Herzfrequenz und Atmung wird beschleunigt und das Blut wird verstärkt in die Muskeln gepumpt, um uns auf Flucht oder Verteidigung einzustellen. Wird ein unerträgliches Maß an Erregung erreicht, wird der Parasympathikus aktiviert und fungiert als Notbremse. Er löst die Erstarrungsreaktion aus - auch bekannt als „Tot-Stell-Reflex“. Erfolgt keine angemessene Entladung der Traumaenergie, verbleibt unser Organismus physiologisch im Schock. Er wird sozusagen fixiert, entweder auf dem hohen Erregungsniveau oder in der Erstarrung. Hieraus ergeben sich, oft Jahre nach dem belastenden Ereignis, körperliche oder psychische Symptome. Es kommt zur sogenannten: Post Traumatischen Belastungs Störung = PTBS
Der amerikanische Arzt und Psychotherapeut Dr. Peter Levine hat einen Ansatz entwickelt, der uns ermöglicht die Auswirkungen von traumatischem Streß zu heilen. Der Schlüssel liegt im Körper und Nervensystem, denn Trauma ist, wie er in über 30 Jahren erforscht hat, ein physiologischer Prozeß. In dieser Therapie wird über das Wahrnehmen der körperlichen Empfindungen die gestörte Verbindung zum Körper wieder hergestellt und eine gesunde Entladung der angestauten Energie bewirkt. Es ist eine sanfte, gut dosierte Therapieform, die den Klienten stärkt, entspannt und ihm neue Kraftquellen erschliesst.